Es geht weiter mit dem dritten Kapitel meiner Monatsaufgabe „Schreib‘ mir eine Detektivgeschichte“.  Wie ich bereits letzte Woche in einem kleinen Update erklärt habe, habe ich mich damit etwas verspätet.

HIer kommt ihr zu: Kapitel 1Kapitel 2


Mord auf dem Weinberg

Kapitel 3

„Ich hab doch meinen Schwiegersohn nicht getötet!!“ rief Sarah Finelli schockiert. „Sebastian! Sag dieser Frau, dass ich damit nicht zu tun habe!“ – „Beantworte bitte einfach ihre Frage, Schatz. Wir unterstellen bisher niemanden den Mord. Wir müssen diese Frage stellen.“ versuchte Sebastian seine Freundin zu beschwichtigen. Sie schaute ihn wütend an und atmete tief durch „Ich war im Bett… und habe geschlafen. Ich schlafe immer um diese Uhrzeit.“ Sandy machte sich Notizen und schaute Sarah anschließend tief in die Augen „Ist gestern etwas besonderes passiert? Ein Streit? Eine Auseinandersetzung?“ Sebastian schmunzelte kurz, er wusste das es definitiv einen Streit gab. Entweder stritten sich Sarah und Vega oder Sarah und Marcello oder Marcello und Jan. Irgend etwas war immer. Das gehörte bei der Familie zum Alltag und ohne Streit ging es auch keinem gut.

„Die Familie besteht aus Italienern. Bis auf den Verstorbenen.“ grinste er zu seiner Partnerin – „Was willst du mir damit sagen?“ Sandy sah tatsächlich verwirrt aus. Sarah war inzwischen auch schon entspannter und wollte die Verwirrung auflösen „Frau Brutz, hier wird immer gestritten. Das liegt uns im Blut. Gestern habe ich mich mit Vega gestritten, weil sie nicht das Weingut übernehmen will. Dann habe ich mich kurz mit meinem Jüngsten in der Haare gehabt, weil ich ihm kein Geld mehr geben wollte, was er versaufen kann… oder für irgendeine Nutte ausgeben könnte… was genauso wahrscheinlich ist. Anschließend hat er sich dann mit Jan gestritten, weil er ihm die Schuld daran gab, was totaler Blödsinn ist.“ Sandy nickte und gab Sarah die Hand. „Vielen Dank, Frau Finelli. Ich verstehe. Ich werde kurz bei unseren Psychologen nachfragen wo er bleibt. Der sollte schon längst bei Ihrer Tochter sein. Sie sollte auch mit ihm nochmal sprechen, wenn er da ist. Er ist einer der Besten. Könnten Sie uns bitte Ihren Sohn schicken?“ – „Danke, Frau Brutz und Herr Neusüß“ Sie schaute ihn mit einem Blick an, den er nicht lesen konnte. Er war sich nicht ganz sicher ob sie jetzt auf ihn sauer sein würde. Er wollte doch nur helfen. Dafür hatte sie ihn ja gerufen. Sarah verließ das Zimmer, als sich Sandy zu Sebastian umdrehte „Du solltest nachher mal mit ihr sprechen. Nicht das ihr Temperament dir nachher noch Probleme macht.“ Ach.. das war der Blick den er sah. Er nickte seiner Partnerin zu, während sie eine Mail an ihren Psychologen schickte. In dem Moment kam Marcello in den Raum und setzte sich ohne Aufforderung direkt auf dem Stuhl vor den Polizisten.

„Herr Finelli. Haben Sie etwas von heute morgen mitbekommen?“ – „Nö. Naja. Ich hab gepennt und auf einmal war es im Flur laut. Die Weiber waren hysterisch. Ich wusste in dem Moment ja nicht was los war. Ich hab verkatert meine Zimmertür aufgemacht und wollte wissen was los ist. Da hat mich Mutter nur angezickt und wieder in mein Zimmer geschickt.“ – „Wie haben Sie erfahren was los war?“ – „Martha kam kurz in mein Zimmer und hat nur gesagt ‚Jan ist Tot‘, dann hab ich mich wieder zur Seite gedreht und habe weiter geschlafen“ Marcello blieb komplett trocken in seiner Aussage. Es fiel kaum eine Emotion auf. „Hat es Sie denn nicht getroffen, dass Ihr Schwager getötet wurde?“ – „Nein. Er war ein Bastard. Ich habe ihn gehasst. Schon seit dem ersten Tag, als Vega ihn hier anschleppte. Er roch nach Stress und das hatten wir dann auch nur.“ – „Aha.. Was haben Sie gestern zwischen 22Uhr und 23Uhr gemacht, Herr Finelli?“ – „Ähm…“ er überlegte kurz und wurde auf einmal zornig „Wollen Sie mir die Scheiße jetzt anhängen oder was? Ich hab nix damit zu tun. Ich mochte den Typen nicht. Das ist richtig. Niemand mochte ihn! Er ist ein hinterlistiger spielsüchtiger Gauner!“ – „Er war spielsüchtig?“ – „Ja sicher. Ich weiß ich natürlich nicht hundertprozentig, aber ich bin mir sicher.“ – „Was haben Sie gestern zwischen 22Uhr und 23Uhr gemacht, Herr Finelli“ wiederholte Sandy ihre Frage. „Ich hab mich bis 22.30 Uhr fertig gemacht und bin dann mit meinem Wagen ins Dorf gefahren und habe mit meinen Leuten einen getrunken. Oder auch zwei. Ich habe Zeugen.“ – „Sie haben sich also fertig gemacht?“ – „Ja sicher. Duschen, Rasieren.. sowas halt. Ich hab zwar ne Freundin, aber man weiß ja nie. Man muss ja immer gut für die Ladys aussehen.“ – „Ich verstehe. Sie haben sich gestern mit Herrn Scherke gestritten.“ – „Ach, Streit kann man das nicht nennen.“ – „Sie hassten ihn. Weil er sich in Ihren Familienangelegenheiten eingemischt hat. Er war Ihnen ein Dorn im Auge und deshalb dachten Sie, dass es das Beste wäre, ihn aus dem Weg zu räumen. Ist das nicht so? – „Und wie ich diesen Bastard gehasst habe. Auch jetzt noch. Dieser Idiot hat sich überall eingemischt wo es nur ging. Er sah sich schon als König der Weinberge mit seinen ach so tollen Rezepten. Für die hat sich aber keine Sau interessiert. Alle fanden diesen Dreckskerl scheiße.“ – „Wer ist denn alle?“ – „Na Mutter und Martha. Vega war ja hin und weg von diesem Typen. Warum auch immer.“ – „Vielleicht hat ja Vega die Schnauze voll gehabt und wollte ihren Mann beseitigen…“ Flammen erschienen in den Augen den jungen Finelli. Seine Schwester? ‚Was will diese Frau?‘ dachte er sich. Er wurde wütend. Richtig wütend „Lassen Sie meine Schwester aus dem Spiel. Die hat damit nix zu tun! Sie hat diesen Typen geliebt und auch so ist sie eine zärtliche liebe Person. Sowas würde sie nie tun, dann schon eher ich. Aber ich war es auch nicht.“ – „Und ihre Mutter?“ – „Niemals! Sie ist zwar der Chef im Haus und sehr Temperametvoll. Aber sie hat ein gutes Herz und würde niemals jemanden töten. Niemals.“ – „Was ist mit Martha?“ Es brannte Feuer aufgrund der ganzen Beschuldigungen. Aber an diesem Punkt wurde er ruhiger und besann sich seiner Vernunft. „Martha? Nee… ich glaube auch nicht das sie so etwas machen würde. Niemand in der Familie ist zu so etwas fähig.“ – „Sind Sie sich da sicher, Herr Finelli?“ – „Ja…“ Seine Antwort kam eher zögernd. Das fiel beiden direkt auf. Kurz darauf auch dem jungen Mann. Er überlegt kurz und unterbrach die Stille „Ja, natürlich bin ich mir sicher.“ Sandy traute dem ganzen nicht so sehr „Würden Sie darauf einen Meineid leisten?“ Stille. Marcello schaute auf seine Füße und war sich bewusst, dass er jetzt in der Klemme war. „Herr Finelli, gehen Sie bitte zurück in das Esszimmer und warten Sie dort, bis wir Sie wieder rufen lassen. Ich werde mich mit meinem Partner besprechen. Und bitte reden Sie, bis wir Sie rufen lassen, mit niemanden!“ sagte Sandy scharf. Irgendwas war da im argen. Dessen war sie sich sehr klar. Nickend stand der junge Mann auf und ging aus dem Zimmer.

Gerade als die beiden Polizisten sich besprechen wollten, kam Martha in das Zimmer. „Wann wollen Sie mit mir sprechen? Ich muss noch das Mittagessen fertig kochen und Ihre Spusis durchwühlen mir die ganze Küche. Wann hat diese Hexenjagd ein Ende? Es war keiner von den Finellis!“ Sie sah sehr verärgert aus. „Gut, das Sie da sind, Frau Campari. Ich wollte sie gerade rufen lassen. Würden Sie mir bitte kurz den Stallburschen reinschicken? Danach können wir uns unterhalten. Solange können sie noch in die Küche gehen.“ Sandy blätterte in ihrem Notizbuch und schaute Martha nicht ein einziges mal ins Gesicht. Auch Sebastian fiel das auf. Als die Haushälterin das Zimmer verließ, sprach er seine Partnerin darauf an „Sandy… Du hast einen Plan und eine Theorie hast du sicher auch schon in deinem Kopf. Sag schon!“ – „Ja… Ja und Nein. Ich werde dir nicht mitteilen was ich denke. Denn du würdest versuchen es mir auszureden und das ist nicht Sinn der Sache. Du liebst diese Familie. Was ich verstehen kann. Sie sind allesamt sehr liebenswerte Menschen und hier ist etwas furchtbares passiert. Aber Fakt ist, dass es keine Möglichkeit für Außenstehende gegeben ist hier auf dem Anwesen einzudringen. Die Mauern sind Meterhoch, überall auf dem Gelände sind Überwachungskameras und Hunde die aufpassen. Es war kein Außenstehender. Soviel kann ich dir verraten. Du bist nur hier, weil wir, also unser Vorgesetzter und ich viel von dir halten. Das ist nur ein Gefallen das du bei dem Verhör dabei sein darfst.“ – „Ich verstehe…“ sagte Sebastian leise und senkte den Kopf. Er musste ihr Recht geben. Wieso überhaupt tut er sich das ganze hier an. Am liebsten wäre er bei Sarah, um ihr beizustehen und sie in den Armen halten. Aber das geht nicht. Sie wollte seine Hilfe. Also musste er dabei sein. „Hast du schon eine Nachricht von der Spusi, Sandy?“ – „Nein. Sie suchen offenbar noch. Ich bin froh, dass Meyer gekommen ist. Der ist eine der besten in unserer Zentrale und zum Glück im digitalen Zeitalter angekommen. Wenn er was gefunden hat, wird er mir direkt eine Nachricht auf meinem Handy schicken, damit wir effektiver im Verhör arbeiten können.“ erklärte sie ihm. Der Polizist verstand es, jedoch war seine Abneigung gegenüber diesen neumodischen Geräten so intensiv, dass Meyer ihn hunderte Nachrichten schicken könnte und er würde sie nicht lesen. Wenn er was wichtiges hat, dann kann er mir das auch persönlich sagen, dachte er sich. Aber heutzutage läuft es nun mal anders. Er überlegte, sich vielleicht doch ein wenig mit der Digitalisierung auseinander zu setzen als der Stallbursche den Raum betrat.

„Sie wünschen?“ er verneigte sich. „Würden Sie bitte im Esszimmer aufpassen, dass der junge Finelli mit niemanden redet und nicht sein Handy benutzt?“ Sebastian warf seiner Partnerin einen fragenden Blick zu. Der Bursche nickte „Jawohl, Madam!“. Er fragte  nicht einmal warum, das kam Sandy komisch vor. Ihr Partner erklärte ihr, als der junge Mann aus dem Raum war, dass der Bursche streng ausgebildet wurde von Martha und er nie Fragen stellte und alles so hinnahm. „Warum soll er mit niemanden kommunizieren?“ fragte Sebastian – „Das wirst du sehen. Würdest du mir bitte einen Gefallen tun?“ – „Ja…“ – „Gehe bitte in die Küche und hole Frau Campari. Ich würde jetzt gerne mit ihr sprechen.“ – „Ja, Chefin!“ versuchte er zu witzeln und grinste sie frech an. „Denke aber daran nicht mit ihr über den Fall zu sprechen.“ Er nickte und ging aus dem Raum. ‚Für was hält die mich?‘ fragte er sich. ‚Ich bin viel älter als sie und mache das schon ein paar Jährchen länger‘ Kopfschüttelnd machte er sich auf dem Weg zur Küche.


Nun sind wir beim letzten Kapitel angelangt, welches hoffentlich am Wochenende fertig ist. Ich bin schon sehr gespannt wie es endet, denn das weiß ich selber noch nicht!

Bis bald!

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13 Kommentare zu „Mord auf dem Weinberg. Kapitel 3 // #Monatsaufgabe Oktober

      1. Oh! Das ist gut 😀 Dann hab ich ja alles richtig gemacht! 😀 Ich bemühe mich das vierte Kapitel am Sonntag zu veröffentlichen. Ich hoffe auch das es dann dabei bleibt und nicht noch ein 5tes dazu kommt ^^ Manche Sachen verselbstständigen sich und dann wird es doch länger 😀 Das kennst du sicher ^^

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    1. Vielen lieben Dank, Katharina!
      Wie kann ich es denn vermeiden zu dicht zu schreiben? Mehr absätze oder versetzten Dialogen? Ich habe versucht es so leicht wie möglich leserlich zu machen und auch versucht zu vermeiden viel zu lange Sätze zu schreiben. Denn darin bin ich Meister xD
      Viele Grüße!

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      1. Sry, das war positiv gemeint. 😉
        In Krimigeschichten sind für mich oftmals zu viele Füller drinnen. Bei deinem Text hat man nie das Gefühl, dass du es künstlich in die Länge ziehst, sondern das alles Teil der Geschichte und der Atmosphäre ist.

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      2. Uhhh 😀 Dann nochmals vielen Dank! Ja, ich mag diese Lückenfüller auch nicht so gerne. Ich bin mal gespannt, wie ich es enden lasse, ich weiß es selber noch nicht so genau!

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