Heute ist es soweit. Ich teile mit euch meine ersten beiden Kapitel meiner Monatsaufgabe „Schreib‘ mir eine Detektivgeschichte“.  Wie ich bereits letzte Woche in einem kleinen Update erklärt habe, habe ich mich damit etwas verspätet.
Aktuell bin ich in der Endphase und habe bereits 17 Seiten geschrieben. Es sollte eigentlich nicht so lang werden. Jedoch war mir das fast klar, da ich mich selten kurz fassen kann. Ich habe mir auch Rat von Freunden geholt und die Geschichte in meinem Kopf weiter ausgearbeitet, als meine Hand wieder nicht arbeiten wollte.
Nach kompletter Veröffentlichung des kleinen Krimis, werde ich noch ein Fazit schreiben, indem ich meine Entwicklung und alles drum herum noch ein bisschen erkläre. Ich habe auf jeden Fall festgestellt, dass das „ernste“ Schreiben mir nicht so richtig liegt. Mehr dazu gibt es dann im Fazit.
Bis dahin, wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen von meinem ersten Krimi. Und wenn ihr noch mehr lesen wollt, dann schaut mal bei Rina vorbei. Sie hat bei der Monatsaufgabe mitgemacht und sie hat es auch sehr gut gemeistert! Rina hat auf ihrem Blog vier Teile veröffentlicht.

HIer kommt ihr zu: Kapitel 1


Mord auf dem Weinberg

Kapitel 2

Sebastian Neusüß saß an seinem Arbeitslaptop und recherchierte für ein Ostergeschenk für seine Freundin, als sein Telefon klingelte. Er ignorierte das lärmende Ding und wühlte sich weiter durch das Internet. Von Mobiltelefonen hielt er nie sehr viel. Als es wieder klingelte schaute er rauf, wer anrief. Auf dem Display stand Sarah Finelli.

„Guten Morgen mein süßes Ciabatta-Brötchen! Schön das du am frühen Morgen schon an mich denkst!“ zwitscherte Sebastian. „Basti, jetzt nicht! Du musst dringend herkommen!“ So aufgeregt hatte er seine Angebetete noch nie gehört. Sein Instinkt verriet ihm, das da etwas nicht stimmte. „Sarah, was ist los?“ wurde er auf einmal sehr ernst. Seine blauen Augen kniffen sich zusammen, er ahnte schreckliches. So kannte er seine Sarah nicht. „Es geht um Jan! Du musst sofort herkommen!“ – „Hat er euer Konto inzwischen leer geräumt oder was?“ – „Nein. Er ist tot. Überall im Zimmer ist Blut. Du musst schnell kommen!“ Er traute seinen Ohren nicht. Irgendwie wollte er nicht begreifen was Sarah ihm gerade mitteilte „Wiederhole dich bitte noch einmal, Schatz…“ – „Jan wurde ermordet!“ – „Bist du dir sicher?“ – „Ich glaube kaum, das man sich alleine den Schädel einschlagen kann, Herr Inspektor. Jetzt zieh dir eine Hose an und komm sofort her!“ Sie legte auf und ließ einen schockierten Inspektor zurück. Kurz dachte er nach, dann wählte er die Nummer seines Vorgesetzten. Er teilte ihn mit, was Sarah ihm gerade erzählte und bat darum sich um die Angelegenheit zu kümmern. Sein Vorgesetzter war nicht begeistert. „Sebastian, das ist sozusagen deine Familie. Du bist zu sehr involviert. Du kannst den Fall nicht übernehmen. Ich checke gerade die Datenbank, die Finellis haben nicht den Notruf gerufen. Bist du dir sicher, das dieser Mann getötet wurde?“ – „Leider ja. Sarah würde niemals so einen Scherz machen.“ – „Ich halte es dennoch für eine schlechte Idee… Pass auf, ich rufe deine Partnerin Sandy an. Sie soll dich begleiten. So habt ihr noch eine unparteiische Person dabei. Ich verstehe dich ja. Aber du kannst da nicht alleine hin.“ – „Ja ist okay, Chef. Sandy soll mich zu Hause abholen.“

Eine Stunde später waren der Inspektor und seine Partnerin am Anwesen der Finellis angekommen. Martha bat den Stalljungen die beiden Polizisten am Eingang abzuholen und direkt zum Schlafzimmer zu bringen. Alle anderen Familienmitglieder säßen im Esszimmer, teilte er den Polizisten mit. Der Bursche leitete beide zum Tatort und verschwand schnell wieder, als Martha ihm zunickte. Martha stand wie ein Soldat vor der Tür.
Sebastian kannte sie schon seitdem er das erste Mal zu Besuch bei Sarah war. Er umarmte sie herzlich und stellte ihr seine Partnerin Sandy vor. Martha öffnete die Tür ohne auf den Leichnam zu gucken.
Sebastian und Sandy schlossen leise die Tür hinter sich. Martha bewegte sich keinen Zentimeter von der Tür weg. Sie konnte auch nicht anders, als versuchen etwas zu lauschen. Sie drehte ihren Kopf leicht nach rechts und hielt den Atem an, da er ihr auf einmal furchtbar laut vorkam. Sie hört nicht viel, nur kleine Bruchstücke: ‚… jemand wütend gewesen zu sein…‘ – ‚…Wunde ist groß‘ – ‚… Augen offen halten… Tatwaffe….‘ – ‚…alles hier?‘ – ‚….Familie… Stallbursche und Martha‘ – ‚… alle fragen‘ – „…los.‘
Martha schaute wieder gerade aus und atmete ruhig weiter. Beide Polizisten kamen wieder aus dem Raum, ohne auch nur irgendeine Gefühlsregung zu zeigen. Das perfekte Pokerface haben sie schon früh in der Polizeischule gelernt. Sebastian musste sich aber nicht sehr verstellen, denn er mochte diesen Typen genausowenig wie der größte Teil der Familie.
„Wir würden gerne mit der Familie sprechen.“ forderte Sandy Martha auf die beiden zum Esszimmer zu führen. Natürlich kennt Sebastian das Haus in- und auswendig, jedoch haben er und seine Partnerin besprochen, dass sie die Ermittlungen leitet.
„Ich bringe Sie dort hin.“ nickte die Haushälterin und ging voran. „Es ist eine Schande mit dem Jungen. Er hatte noch sein ganzes Leben vor sich. Bestimmt ist einer eingebrochen! Niemand in der Familie könnte so etwas grausames machen.“ sprach sie vor sich her, ohne sich einmal um zu drehen. Wenige Schritte weiter blieb sie vor der großen Eichentür zum Esszimmer stehen und schaute beide Polizisten an „Wollen Sie mich nicht direkt festnehmen?“ fragte sie und grinste. Sebastian verstand was sie sagen wollte, Sandy stand aber auf der Leitung und schaute Martha verwirrt an. Martha lachte laut: „Es ist doch immer der Bedienstete in den Krimis!“. Sandy fand diesen Witz nicht sehr lustig und versprach ihr, dass sie sich nachher mal in der Küche umschaut. Marthas grinsen war verschwunden. Auch der Inspektor schaute wieder ernster aus.
„Öffne bitte die Tür, Martha. Und bereite uns bitte einen Raum vor indem wir mit allen Angehörigen in Ruhe sprechen können.“ sagte Sebastian Ruhig. Sie nickte, öffnete die Tür und verschwand.

Der Anblick, der sich den Polizisten bot, war wie erwartet und schon oft gesehen. Also nichts neues bei einem Mordfall. Nur das die Familienangehörigen bisher selten die Verdächtigen bei den Fällen der beiden Polizisten waren.
Der Inspektor schaute zu Sarah. Sie wollte direkt auf ihn los stürzen, jedoch zeigte er ihr mit einem Blick, dass es jetzt nicht angemessen wäre. Also blieb sie sitzen. Er stellte alle nach der Reihe nach seiner Partnerin vor. Sandy schaute sich alle genau an.
Sarah Finelli, die Hausherrin. Sie sitzt am Tisch mit einem Glas Wein und macht den Anschein sehr nervös zu sein. Vielleicht aber auch verstört. Das konnte Sandy nicht so gut herauslesen. Vega, die Tochter und jetzt Witwe. Sie hat sich auf einen Sessel  gehockt. Mit angewinkelten Beinen und in einer Decke verpackt saß sie da und schaute nur an die Wand. Sie schien gar nicht zu realisieren, was hier gerade vor sich ging. Marcello Finelli, der jüngste Spross der Familie, saß gelangweilt am Tisch und spielte mit seinem Handy. Ihm schien die ganze Sache gänzlich egal zu sein.

Sandy nickte Sebastian zu und nahm ihn zur Seite „Ich will mit allen Dreien sprechen und mit der Haushälterin. Der Stallbursche ist für mich nicht interessant, er ist zu Jung und zu schlaksig um die Kraft zu haben, die man bräuchte um einem erwachsenen Mann derart den Schädel einzuschlagen.“ „Okay“ sagte Sebastian. Er stimmte ihr bei dem Stallburschen definitiv zu. Jedoch konnte auch er sich nicht vorstellen das die anderen vier das getan haben könnten. Zum Glück war er nicht so dumm und ist alleine gegangen. Sandy war genau die richtige für den Job. Sie war ernst und zielorientiert. Er wusste, dass er in diesem Moment für die Familie nur als Beistand fungieren konnte. Bat jedoch seine Partnerin bei den Verhören anwesend zu sein. „Das ist okay, Basti. Aber du überlässt alles mir. Geh bitte zu Martha und lass dir den Raum zeigen, welchen wir nutzen können. Und Ruf bitte bei der Spurensicherung an. Die sollen sich erst einmal das Schlafzimmer des Ehepaares ansehen und alles an Spuren sammeln, was auch nur im entferntesten mit der Tat zu tun haben könnte.“ Er nickte und verließ den Raum.
Sandy stand im Raum und schaute sich alle nochmal an. Sarah bat ihr etwas zu trinken an, was sie aber höflich ablehnte. Die Polizistin überlegte sich einen Plan, sie wollte auf jeden Fall nach der Reihenfolge der Familienhirarchie vorgehen. Sie machte sich keine Sorgen, dass sie sich absprechen würden. Denn für sie machte keiner so richtig den Eindruck, dass sie jemanden töten würden. Sie entschließ sich, die Witwe außen vor zu lassen. Sollte sie zu keinem Punkt kommen, so würde sie die junge Frau später noch befragen.
Inspektor Neusüß betrat den Raum und nickte seiner Partnerin zu. „Gut. Wir können dann mit den Gesprächen beginnen. Frau Finelli…“ Sie schaute Sarah an „ …würden Sie uns bitte begleiten?“ Sarah stand auf und ging mit den Polizisten raus. Martha war noch dabei das Arbeitszimmer vorzubereiten. Sie hatte Kaffee und Kekse bereit gestellt.
Beide Polizisten setzten sich an einem großen Tisch nebeneinander und Sandy zeigte Sarah auf, das sie sich bitte vor sich setzen sollte.
„So. Frau Finelli… Was ist heute Vormittag passiert?“ fragte Sandy und packte ihr Notizbuch aus.
Die Hausherrin erzählte alles was passiert war. Wie Vega weinend zu ihr lief und ihr mitteilte das Jan tot sei. Wie sie Martha beauftragte auf die Tür zu achten. „Das Sie in so einem Schockmoment zu ruhig geblieben sind, ist echt bewundernswert.“ bemerkte die Polizistin. „Ich bin seit Jahren mit einem Polizeiinspektor zusammen, ich weiß wie man sich verhalten muss!“ wurde Sarah kurz laut, beruhigte sich aber schnell wieder „Wissen Sie, Frau….“ – „…Brutz“ – „Wissen Sie, Frau Brutz…“ Sarah atmete tief ein „es war ein großer Schock! Ich habe die ganze Geschichte sogar kurz für einen üblen Scherz gehalten. Aber so war es ja leider nicht.“ – „Ich verstehe. Ähm… Frau Finelli, wie hat sich denn ihre Tochter genau verhalten? “ – „Wie soll sie sich verhalten haben? Sie weinte, dann war sie starr und apathisch, dann weinte sie wieder, dann…“ – „Schrie sie nicht rum?“ – „Nein.“ – „Wenn mein Ehemann getötet worden wäre, dann hätte ich dieses riesige Anwesen zusammen geschrien.“ – „Vega ist nicht so emotional.“ Sarah schaute auf dem Boden und überlegte kurz „Als Sarahs Vater vor ein paar Jahren gestorben ist, ist auch etwas in uns allen gestorben. Vega hatte es am schlimmsten erwischt. Sie hat Jan vergöttert. Nur Gott weiß warum, aber… „ – „Mochten Sie ihren Schwiegersohn nicht?“ – „Was heißt hier mögen. Er wollte eigentlich nur ihr Geld. Das Erbe. Alle wussten es. Vega eigentlich auch, aber sie wollte es nicht wahr haben und dachte, dass wir alle übertreiben.“ Sebastian schaute seine Freundin mitleidig an und wollte Sandy mitteilen, das es genug sei, als er eine Nachricht auf seinem Handy bekam. Er flüsterte seiner Partnerin ins Ohr. „Frau Finelli, was haben Sie gestern Abend zwischen 22 Uhr und 23 Uhr gemacht?“


Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,

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PS: Morgen folgt Teil 3.

9 Kommentare zu „Mord auf dem Weinberg. Kapitel 2 // #Monatsaufgabe Oktober

    1. *ganz vergessen deine Antwort zu kommentieren*
      Ich hab bei der Befragung auch hin und her überlegt und verschiedene Varianten ausprobiert. So das man auch als Autor nicht gleich zuviel verrät. Ich muss sagen das mir die Szene mit Vega sehr schwer viel, als sie Jan gefunden hat. Nicht aufgrund des Emotionalen, sondern eher weil ich einfach nicht wusste, wie ich das am besten schreibe 😀

      Liken

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